Als Bestandteil des Katastrophenschutzes wird die Einheit insbesondere bei größeren, unübersichtlichen Lagen eingesetzt. Das Einsatzspektrum reicht dabei von Vegetations- und Waldbränden bis hin zu weiträumigen Hochwasser- und Deichlagen, bei denen der Flugdienst unter anderem während des Elbehochwassers entscheidende Lagemeldungen lieferte. Im Ernstfall ist die Einheit innerhalb einer Vorlaufzeit von einer Stunde einsatzbereit in der Luft.
Der Flugdienst besitzt selbst keine eigenen Flugzeuge. Um im Ernstfall jederzeit flexibel reagieren zu können, stehen Maschinen und Flugplätze in Neumünster, Uetersen, Kiel, Hamburg-Finkenwerder, Hamburg-Fuhlsbüttel und am Flughafen Lübeck zur Verfügung. Neben drei eigenen Piloten aus den Reihen der Feuerwehr greift die Einheit auf einen festen Pool von neun erfahrenen Piloten aus regionalen Flugvereinen zurück, die im Einsatzfall mitalarmiert werden und für deren Flugminuten sowie die Start- und Landegebühren die Kreise aufkommen.
Das Team im Flugzeug besteht aus einem Piloten und zwei Luftbeobachtern. Während der Pilot für die sichere Führung der Maschine zuständig ist, übernimmt ein Luftbeobachter als Navigator die Orientierung im Gelände und den Abgleich von Koordinaten. Der dritte Kamerad führt den Sprechfunk mit der Leitstelle sowie den Kräften am Boden und dokumentiert das Geschehen. Aus einer regulären Flughöhe von rund 1.000 Fuß (ca. 300 Meter) beurteilen die Luftbeobachter Lage, Brandgröße, Windrichtung und Rauchausbreitung, spüren verborgene Brandnester oder Wasserentnahmestellen auf und führen anrückende Einheiten im unübersichtlichen Gelände an die Einsatzstelle. Dabei wird zunehmend auf Bild- und Filmmaterial sowie digitale Karten auf iPads gesetzt, um der Einsatzleitung am Boden ein detailgetreues Lagebild in Echtzeit zu übermitteln.
Um die fliegerische und navigatorische Routine auf hohem Niveau zu halten, startet die aktive Trainingsphase jährlich im April. Neben monatlichen Theorieeinheiten absolvieren die Einsatzkräfte acht Orientierungs- und Übungsflüge pro Saison.
Jede Übung beginnt mit einem gemeinsamen Briefing, bei dem zunächst das Wetter analysiert, die Flugtauglichkeit aller Kameraden abgefragt und die Aufgaben an die Teams verteilt wurden. Während der Pilot anschließend den Abflugcheck an der Maschine durchführt, bereiteten die Luftbeobachter die anstehenden Übungsflüge am Boden vor. In mehreren Umläufen flogen die Besatzungen schließlich standardisierte Routen und Koordinaten ab. Das Training verlangt dabei stets höchste Wachsamkeit, denn jede Übung kann in eine reale Schadenslage übergehen, beispielsweise wenn aus der Luft eine brennende Landmaschine entdeckt wird.
Den Rahmen des Saisonabschlusses nutzten die Kameraden, um Johannes von Kiedrowski für seine Verdienste zu danken. Seit 2024 prägte er als Fachwart für den Kreis Segeberg maßgeblich den Aufbau, die taktische Ausrichtung und den kameradschaftlichen Zusammenhalt des Feuerwehrflugdienstes. Mitglied vom Feuerwehrflugdienst Holstein ist er seit 16 Jahren. Mit Erreichen des 67. Lebensjahres endet nun satzungsgemäß sein aktiver Feuerwehrdienst. Die gesamte Mannschaft des Feuerwehrflugdienstes Holstein dankten ihm herzlich für sein langjähriges Engagement und seinen unermüdlichen Einsatz für die Sicherheit der Region.
Um auch in Zukunft einsatzbereit und schlagkräftig zu bleiben, sucht das Team des Flugdienstes Holstein weiterhin Verstärkung. Gesucht werden engagierte Feuerwehrangehörige ab abgeschlossener Truppführer-Qualifikation, die Freude an der Navigation mitbringen und über die entsprechende Flugtauglichkeit verfügen.











