Als ersteintreffende Wehr vor Ort übernahm die Feuerwehr Schmalensee die erste Erkundung der Lage. Eine verletzte Person wies die Kräfte ein und berichtete bei Reinigungsarbeiten etwas zusammengemischt zu haben, woraufhin es zur Dampfbildung kam. Weitere Personen sollten sich noch in der Halle befinden, in die die betroffene Person daraufhin wieder hineinlief. Als Vorbereitung auf die Menschenrettung errichtete die Wehr eine Not-Dekontaminationsstelle und sicherte den Bereich weiträumig ab. Dazu rüsteten sich drei PA-Träger mit schwerem Atemschutz aus.
Im weiteren Verlauf traf der ABC-Zug des Kreises Segeberg an der Einsatzstelle ein. Dessen Einsatzkräfte gingen unverzüglich mit leichten Chemikalienschutzanzügen und unter schwerem Atemschutz zur Menschenrettung in die Industriehalle vor. Parallel dazu bauten sie einen vollwertigen Dekontaminationsplatz der Stufe zwei auf. Über diesen wurden alle fünf vermissten Personen gerettet, fachgerecht dekontaminiert und an den Rettungsdienst Übergeben.
Zur genauen Stoffbestimmung und um eine mögliche Ausbreitung zu verhindern, wurden im Anschluss zwei Trupps unter schweren Chemikalienschutzanzügen (CSA) in die Halle geschickt. Zeitgleich errichteten die Einsatzkräfte im Außenbereich eine Messstation.
Die Analysen ergaben, dass durch einen falsch beschrifteten Kanister Salpetersäure und Ethanol vermengt wurden, was für die heftige chemische Reaktion und die Freisetzung der Dämpfe verantwortlich war. Eine Vermengung dieser Stoffe kann zur Gefahr der Bildung giftiger nitroser Gase führen.
Während dieser Erkundungs- und Sicherungsmaßnahmen kam es zu einem simulierten kritischen Zwischenfall: Ein CSA-Träger erlitt einen medizinischen Notfall. Der in Bereitstellung stehende Sicherungstrupp begab sich daraufhin unverzüglich zur Menschenrettung in die Industriehalle. Vor Ort wurde der betroffene Kamerad durch den Sicherungstrupp erstversorgt und patientengerecht auf einer Schleifkorbtrage gelagert.
Anschließend transportierten die Einsatzkräfte den Patienten aus dem unmittelbaren Gefahrenbereich ins Freie. Dort wurde der Verunglückte mitsamt seiner Ausrüstung durch das Dekon-Personal über den aufgebauten Dekontaminationsplatz geschleust, um eine Kontaminationsverschleppung auszuschließen. Nach der erfolgreichen und fachgerechten Reinigung erfolgte die Übergabe an den Rettungsdienst zur weiteren medizinischen Versorgung.
Nach rund drei Stunden und der erfolgreichen Bewältigung aller Lagen endete die Übung mit einer gemeinsamen Nachbesprechung und einem Imbiss. Ein besonderer Dank gilt der Firma Zimmerei Hippe für die Bereitstellung des Geländes und die Organisation der Mimen.
Im Rahmen der Abschlussbesprechung zog der Übungsleiter ein rundum positives Resümee und bedankte sich bei allen Beteiligten für ihren Einsatz. Auch Kreiswehrführer Jörg Nero richtete lobende Worte an die Mannschaft: Es sei ein beruhigendes Gefühl, im Kreis Segeberg über sehr gut ausgebildete und ausgerüstete Einheiten verfügt, auf die im Ernstfall Verlass ist.
Insgesamt waren rund 50 Einsatzkräfte im Einsatz.
Eingesetzte Kräfte:
Freiwillige Feuerwehr Schmalensee
Gefahrguterkundung Amt Boostedt-Rickling
ABC-Zug des Kreises Segeberg
Rettungsdienstkooperation in Schleswig-Holstein mit einem Rettungswagen
Kreisfeuerwehrverband Segeberg mit Kreiswehrführer und Pressesprecher












