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Feuerwehr Kaltenkirchen erneut erfolgreich bei den Vergleichswettkämpfen der Unfallrettung

30.08.2010 14:30

Team Kaltenkirchen v.l.n.r.: Thorsten Hensel, Bastian Werzner, Stefan Paululat, Bastian Schreiner, Björn Kleist (oben), Torben Lange
Die Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen erzielte auch beim diesjährigen Vergleichswettkampf in der Verkehrsunfallrettung ein hervorragendes Ergebnis.

Jeden Tag sterben auf der ganzen Welt ca. 3000 Menschen bei Verkehrsunfällen auf der Straße. Eine optimale Vorbereitung auf schwere Verkehrsunfallsituation ist daher für die Feuerwehren eine zwingende Verpflichtung. Neben dem abwehrenden Brandschutz ist die technische Hilfeleistung eine der wichtigsten Aufgaben der Feuerwehren.

 

Um die Ausbildung der Feuerwehren auf dem Gebiet der technischen Unfallrettung zu verbessern, richtete die Vereinigung zur Förderung des deutschen Unfallrettungswesens (www.vfdu.de) am 27. und 28. August in Bremen den 4. nationalen Vergleichswettkampf der Feuerwehren in der Verkehrsunfallrettung aus. Diese sogenannte „Rescue Challenge“ im Sinne einer Herausforderung für die teilnehmenden Feuerwehren fand zum ersten Mal im Rahmen der Messe „Akut“ statt, dem deutschen Forum für Notfallmedizin und Rettung.

 

Die Mannschaft aus Kaltenkirchen schaffte es das vierte Jahr in Folge, auf den vorderen beiden Rängen platziert zu werden. Nach der Deutschen Vizemeisterschaft 2006 und dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft 2008 und 2009 errang das Team dieses Jahr erneut die Deutsche Vizemeisterschaft hinter der Berufsfeuerwehr Mönchengladbach. Dritter wurde die Feuerwehr aus Sinntal/Hessen.

 

Ziel dieser Herausforderung war es, in einem fairen Vergleichswettkampf die Fähigkeiten der teilnehmenden Feuerwehren auf dem Gebiet der Unfallrettung zu vergleichen, voneinander zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Die fünfzehn teilnehmenden Mannschaften aus ganz Deutschland wurden mit sehr aufwendig und realistisch gestalteten Unfall-Szenarien konfrontiert, in denen sie schnell und sachgerecht die erforderlichen Maßnahmen treffen mussten, um eine reale Übungsdarstellerin aus einem Unfallfahrzeug zu retten. Neben dem taktischen Vorgehen und der technischen Rettung stand die Sicherheit der Unfallopfer sowie der Einsatzkräfte zusätzlich zur medizinischen Betreuung im Vordergrund.

 

Jede Mannschaft erhielt ein ihr unbekanntes neues Szenario und musste eine lebende Übungsdarstellerin aus dem Fahrzeug retten.

 

Die erste Aufgabe, die das Team Kaltenkirchen zu bewältigen hatte, war das sogenannte Standard Pit am Freitag. Ziel war es, mit einer Gruppe bestehend aus 6 Feuerwehrleuten die Patientenrettung innerhalb von 20 min durchzuführen. Das simulierte Unfall-Szenario bestand aus einem PKW, der seitlich mit einem anderen Pkw zusammengestoßen war. Die Fahrerin war schwer verletzt und im Fußraum eingeklemmt. Nach Stabilisierung des Fahrzeuges wurde unter Berücksichtigung von maximalem Schutz für Patientin und Retter ein Rettungsweg durch die Schaffung einer großen Seitenöffnung gewählt.

 

Das zweite Szenario war das sogenannte Rapid Pit am Samstag. Es galt eine technische Rettung innerhalb von 10 Minuten durchzuführen. Die Unfallsituation bestand aus einem PKW, der seitlich gegen einen Baum geprallt war. Nach Stabilisierung des Fahrzeuges wurde die Rettung durch die Heckklappe für die bewusstlose Beifahrerin gewählt.

 

Die Mannschaft bestand aus sechs Feuerwehrleuten mit folgender Aufgabenverteilung: Löschmeister Björn Kleist als Gruppenführer (Teamleitung), Oberlöschmeister Stefan Paululat als Medic (Innerer Retter zur Betreuung der verletzten Person), Hauptfeuerwehrmänner Bastian Werzner und Bastian Schreiner als Tool (zwei Mann als Angriffstrupp zur Durchführung der technischen Rettung) sowie Hauptfeuerwehrmänner Torben Lange und Thorsten Hensel als Safe (zwei Mann als Sicherungstrupp).

 

Neben der Herausforderung, die aufwendig gestalteten Szenarien zu bewältigen, ist das Besondere dieses Wettkampfes, neue Feuerwehrleute aus ganz Deutschland kennenzulernen und die unterschiedlichen technischen Vorgehensweisen der einzelnen Teams zu vergleichen. Jeder Wettkampf beinhaltet neben dem freundschaftlichen und kameradschaftlichen Umgang miteinander immer auch Erfahrungsaustausch und Lernen voneinander. Die Vergleichswettkämpfe sind nicht Selbstzweck, sondern dienen dazu, die Fähigkeiten der Feuerwehren auf dem Gebiet der realen Unfallrettung für den Bürger draußen auf der Straße zu verbessern.

 

Die Teammitglieder übten neben der normalen ehrenamtlichen Feuerwehrtätigkeit einmal wöchentlich in ihrer Freizeit für diesen Wettkampf. Der besondere Dank des Teams gilt den Firmen Kiesow Autoverwertung in Norderstedt sowie Möller in Neumünster, die durch das großzügige Bereitstellen von Schrottautos und Übungsplatz diesen Erfolg überhaupt erst möglich gemacht haben.

 

In der Einzelwertung belegte Löschmeister Björn Kleist als Gruppenführer den hervorragenden dritten Platz. In der Einzelwertung der Inneren Retter belegte Stefan Paululat den ersten Platz und war somit der beste Medic der 15 teilnehmenden Mannschaften.

 

Auch in diesem Jahr findet wieder eine Weltmeisterschaft der Verkehrsunfallrettung  statt und zwar vom 2. – 5. September in Cork/Irland. Das Team aus Kaltenkirchen wird in diesem Jahr aber aus finanziellen und organisatorischen Gründen nicht an diesem internationalen Wettkampf teilnehmen.

 

Weitere Informationen zur Verkehrsunfallrettung und den Wettbewerben erhalten Sie bei Dr. med. Stefan Paululat unter den Telefonnummern 04191-77277 oder 0157-78082581 oder per E-Mail unter stefpau@foni.net.

 

Oberlöschmeister Dr. med. Stefan Paululat
Freiwillige Feuerwehr Kaltenkirchen
Bilder: Frank DeBuhr

 

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