Pressemeldungen

Fahrzeugübergabe bei strahlender Oktobersonne

13.12.2010 12:55

Löschgruppenfahrzeuges HLF 20/16 in Wahlstedt
Löschgruppenfahrzeuges HLF 20/16 in Wahlstedt

Unser neues Hilfeleistungs- Löschgruppenfahrzeug stellten wir am 30. Oktober 2010 offiziell in den Dienst. Hierzu übergab Bürgermeister Sven Diedrichsen symbolisch die Fahrzeug-schlüssel des Hilfeleistungs- Löschgruppenfahrzeuges HLF 20/16 an unseren Gemeindewehrführer Jörg Neubauer.

 

Das Fahrzeug ersetzt unser 28 Jahre altes LF 16, welches zum Ende hin reparaturanfällig war und nicht mehr dem Stand der Technik entsprach. Als bei einem LKW Brand im März des Jahres die Pumpe des Fahrzeuges ausfiel, wurde aus wirtschaftlichen Gründen die Ersatzbeschaffung eingeleitet.

Nach nur sechs Monaten waren bei schönstem Wetter mehr 160 interessierte Gäste unserer Einladung gefolgt und wohnten der Segnung des Fahrzeuges und der Einsatzkräfte durch Pastor Alf Kristoffersen bei.

 

„Das neue HLF 20/16 gehörte mit knapp 309.000 Euro zu den größten Einzelinvestitionen der Stadt im Jahr 2010 und zeigt, dass die Stadtvertretung hinter seiner Feuerwehr steht“, so Bürgermeister Diedrichsen bei der Übergabe, und umriss kurz die Beschaffung des Fahrzeuges. Den Einsatzkräften wünschte der Bürgermeister allzeit unfallfreie Fahrt und betonte, dass das Fahrzeug kein Spielzeug der Feuerwehr sei, sondern den Bürgern in der Stadt Wahlstedt zugute kommt.

 

Mit einer Schauübung wurde die Leistungsfähigkeit des HLF 20/16 durch den Stellvertretenden Gemeindewehrführer Christian John vorgeführt.  „Besonderer Wert wurde bei der Ausstattung auf die passive Sicherheit gelegt“, so der stellv. Gemeindewehrführer. Daher sind beispielsweise ein Rückfahrwarner, eine Heckkamera und zwei elektrische Entnahmehilfen der Leitern sowie klappbare Trittkotflügel verbaut. Zur Warnung des herannahenden Verkehrs wurde das Heck  mit einer gelb-rot reflektierenden Folie beklebt sowie mit einer Rückwarnanlage versehen. Zur Absicherung nach Vorne verfügt das Fahrzeug über einen Blaulichtbalken in LED Ausführung mit Powerblitz sowie über LED Frontblitze.  Um Unfälle beim Aussteigen, sowie bei der Entnahme von Gerätschaften zu vermeiden, ist der Aufbau über den Geräteräumen mit einer Umfeldbeleuchtung ausgestattet.

Die Motorisierung des Fahrzeuges ermöglicht aufgrund des wesentlich besseren Verhältnisses zwischen Fahrzeugmasse und Leistung nunmehr eine adäquate Geschwindigkeit bei Einsatzfahrten, so dass die Einsatzorte deutlich zügiger erreicht werden können. Das Automatikgetriebe entlastet dabei den Maschinisten von Schaltvorgängen und ermöglicht größerer Konzentration auf den Straßenverkehr und damit einhergehend eine höhere Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer. Die Bremsanlage des Fahrzeuges wird durch die  zuschaltbare Motorbremse sowie einen Retarder unterstützt.

 

Auch im Inneren des Fahrzeuges ist eine neue Zeit angebrochen. Der Mannschaftsraum weist im Gegensatz zum Vorgängerfahrzeug deutlich großzügigere Platzverhältnisse auf. Dieses kommt insbesondere dem Angriffstrupp beim Ausrüsten mit den fünf in der Kabine vorhandenen  Atemschutzgeräten zugute.   

 

Heckseitig sind zwei sogenannte Einpersonenhaspeln aufgeprotzt. Während eine davon, ausgerüstet mit sechs B-Schläuchen, Standrohr und Hydrantenschlüssel, der Herstellung einer Wasserversorgung dient, wird auf der zweiten Haspel ein Plasmaschneidgerät mitgeführt.

Für das Alarmstichwort Feuer steht zudem eine weitere Schlauchhaspel mit sechs B- Schläuchen zur Verfügung. Diese wird bei Bedarf einfach gegen den Plasmaschneider

ausgetauscht.

Die Haspeln sind im aufgeprotzen Zustand seitlich abschwenkbar, um einen leichteren Zugang zur Feuerlöschkreiselpumpe oder der Aufstiegsleiter zum Dach zu ermöglichen.  

 

Zur Menschenrettung aus Gebäuden, Bussen, Zügen oder LKW, insbesondere aber als Rückzugsweg zur Eigensicherung der Einsatzkräfte im Brandfall, hat das Fahrzeug zwei vierteilige Steckleitern erhalten. Auf die dreiteilige Schiebleiter wurde bewusst verzichtet. Weiter sind auf dem Dach eine Sichtschutzwand und ein Powermoon gelagert.

 

Zur löschtechnischen Einrichtung gehören eine Magirus-Feuerlöschkreiselpumpe Typ FPN 10/2000 mit einer Leistung von ca. 2500 Liter Wasser bei einem Ausgangsdruck von 10 bar,  einen Löschwasserbehälter von 1600 Liter, zwei Schaummittelbehälter von je 100 Liter Mehrbereichsschaummittel bzw. Alkoholbeständigem Schaummittel. Die eingebaute Schaum-Zumischanlage FireDos 1000 mit .. ist für einen Volumenstrom von 30 bis 1000 l/min ausgelegt.

 

Für den Bereich der Technischen Hilfeleistung steht ein 13 kVA Stromerzeuger, sowie ein pneumatisch ausziehbarer Lichtmast mit sechs Xenon- Scheinwerfern (2x Nah- und 4x Fernbereich) zur Verfügung. Beide können vom Pumpenbedienstand am Heck des Fahrzeuges bedient werden.

Die Stromerzeugung für den Lichtmast erfolgt über den Fahrzeugmotor. Zur großflächigen Ausleuchtung der Einsatzstelle befinden sich zwei HDI 250 Scheinwerfer im Aufbau.

 

Bei der Unfallrettung ist es die erste Aufgabe der Feuerwehr, dass Fahrzeug zu sichern. Es muss vermieden werden, dass sich die Lage des Patienten im Inneren des Fahrzeuges noch weiter verschlechtert. Anhand der mitgeführten Abstützsysteme können wir einen sogenannten „Seitenlieger“ gegen umstürzen sichern, oder bei einem auf den Rädern stehenden Fahrzeug, mittels der mitgeführten Autocrib Sicherungssysteme (Unterbaumaterial) weitere Erschütterungen verhindern. Hierbei wird das Fahrzeug auf die Seitenschweller gestellt und so die Wirkung der Stossdämpfer aufgehoben.

 

Für die Unfallrettung verfügt das Fahrzeug über einen Spreizer SP 30, einen Pedalschneider S 30, ein Schneidgerät S 260, vier Rettungszylinder, zwei Schwelleraufsätze, Airbagsicherung und Glasmanagementsystem.

 

Um bei LKW- Unfällen sofort tätig werden zu können, befindet sich im Aufbau eine Rettungsplattform von Günzburger.

 

Um besonders schwere Gegenstände, wie zum Beispiel ein Fahrzeug anheben zu können, setzen wir die mitgeführten Luftheber 2x 10t und 1x 24t ein.     

 

Wie man hier lesen kann, liegt das Hauptaugenmerk des Fahrzeuges bei der Bedienung mit geringer Personalstärke. Damit trägt die Feuerwehr der dünnen Personaldecke während des Tages Rechnung.

 

Auszug weiterer Gerätschaften:

-          Rettungssäge Stihl MS 460

-          Trennschleifer

-          Säbelsäge

-          Mehrzweckzug 16

-          Schornsteinfegergeschirr

-          Hochleistungslüfter

-          Nebellöschsystem (Fog Nail)

-          Tragbarer Wasserwerfer Leader, Typ Partner Oszillierend

-          Schnellangriffstasche de Vries

-          AWG- Hohlstrahlrohre; 2x B, 3x C, 1x D, 1x Turbo Twist

-          2x TNT- Tool

-          Zwei Sätze Absturzsicherung

-          Zwei Scheinwefer a 500 Watt

-          Notfallkoffer 

-          Spineboard

-          Rettungstasche Atemschutz- Sicherungstrupp

 

 

 

Bericht: Neubauer / John

Bilder: Neubauer / Bartl



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