Einsatzberichte des KFV

Großer Düngerhallenbrand in Groß Kummerfeld

29.09.2010 10:00

Großfeuer in Groß Kummerfeld
Großfeuer in Groß Kummerfeld

Es hätte auch eine gut durchdachte und herausfordernde Amtsfeuerwehrübung sein können, doch als am 02.09.2010 in Groß Kummerfeld die Sirene heulte, wusste zumindest der Amtswehrführer Jörg Nero, dass dies keine Übung werden würde.

 

Am Feuerwehrhaus berichtete ein Kamerad bereits vom Ausmaß des Feuers und der Amtswehrführer löste daraufhin noch am Gerätehaus Amtsalarm aus. Am Einsatzort zeigte sich, dass diese Entscheidung genau richtig war, denn auf dem Gelände der Firma Wieben brannte eine alte Düngerhalle mit fünf Meter hohen Flammen aus dem Dach und starker Rauchentwicklung. Der Besitzer dieser alten Düngerhalle hatte die einzelnen 5x8 Meter großen Boxen an unterschiedliche Bastler und Schrauber aus der Umgebung vermietet. Wahrscheinlich hatte ein technischer Defekt zunächst zu einem kleinen Schwelbrand geführt; als der Besitzer schließlich die Rauchentwicklung bemerkte, wurde durch das schnelle Öffnen der Tür sicherlich eine Durchzündung verursacht und zwei Boxen gerieten komplett in Brand.

 

Vor Ort übernahm Jörg Nero schließlich die Einsatzleitung der rund 80 Kameraden; die Kameraden Klinge und Pohlmann übernahmen die Abschnittsleitungen. Nachdem die Wasserversorgung aufgebaut war – und auch noch eine defekte TS schnell ausgetauscht werden musste – waren die Feuerwehrkameraden zunächst damit beschäftigt, ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Boxen und ein angrenzendes Wohnhaus zu verhindern. Glücklicherweise waren die einzelnen Abteile durch massive Betonwände getrennt, so dass das Feuer schnell gelöscht werden konnte und der angeforderte Teleskopmast von der Berufsfeuerwehr Neumünster nicht mehr zum Einsatz kam.

 

Die tatsächliche Herausforderung bestand schließlich in der Bekämpfung der zahlreichen Brandnester. Zunächst wurden mit einem C-Strahlrohr Teile des Daches zerschossen, um die anwesenden Kameraden vor herunterfallenden Eternitplatten zu schützen. Für die anschließende Leerung der einzelnen Boxen mussten zahlreiche Atemschutzträger eingesetzt werden, um unzählige Fahrräder, Schweißgeräte, Farbdosen und Schrott aus der Halle zu tragen. Zwischenzeitlich wurden unter den Atemschutzträgern sogar Wetten abgeschlossen, wer die meisten Sauerstoff- und Acethylenflaschen heraustragen würde; letztendlich wurden 25 Atemschutzflaschen aufgebraucht. Schließlich wurde für die Bergung die großen Dachplatten und Autos zunächst ein Gabelstapler eingesetzt; dieser blieb schließlich selber im Schrott stecken und ein großer Teleskoplader der Firma Lindemann sorgte für Ersatz. Nebenbei waren drei Pressevertreter und zwei Fernsehteams vor Ort und erwarteten einen Einsatzleiter, der entspannt auch noch ein paar Interviews gab. Die anwesende Polizei und Kripo gaben als Schadenshöhe ca. 400.000 € an, konnten sich auf eine Brandursache bisher jedoch noch nicht festlegen.

 

Insgesamt verlief die Zusammenarbeit der Amtsfeuerwehren sehr positiv; es kamen bei dem Einsatz weder Mensch noch Tier zu Schaden. Die nächste Amtsalarmübung wird für die Kameraden da sicherlich ein Leichtes!

 

Melanie Holtorf

Pressesprecherin der Freiwilligen Feuerwehr Groß Kummerfeld

 

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